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Das Caffeehaus

1. September 2009 | Von Roman Rausch | Kategorie: Historischer Roman, Schreiben
Sabiha, die Haremsdame

Sabiha, die Haremsdame


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Verführung aus dem Morgenland

Der Würzburger Bischof will eine Residenz, prächtiger als Versailles. Zum Baumeister bestimmt er den unbekannten Balthasar Neumann. Die neidischen Konkurrenten sinnen auf Rache. Da erhält Neumann Unterstützung von einer Fremden. Das Schicksal hat die junge Sabiha aus dem Harem eines Wesirs in die Länder der Ungläubigen verschlagen. Sie träumt von einem Caffeehaus in der fränkischen Stadt, prunkvoll und eines Sultans würdig. Gegen alle Widerstände machen sich die beiden Außenseiter daran, ihre kühnen Pläne zu verwirklichen.


Rezensionen

“Schön zu lesen. Man taucht leicht ein und die Story ist gut recherchiert und stimmig.” 8 von 10 Sternen. bookcrossing.com

“Überraschend guter Historienroman mit viel Information über die Zeit um die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, was das Buch allemal lesenswert macht.” lesewelt.de

Das Caffeehaus ist toll recherchiert und bietet eine facettenreiche Geschichte. Es ist nicht nur ein typischer historischer Roman, sondern kann darüber hinaus mit interessanten und vielseitigen Themen aufwarten!” schreib-lust.de


Textauszug

An Leib und Seele geschunden waren die Truppen des Fürstbischofs – die Würzburger Wölfe – aus ihrem Winterlager in Ungarn nach Würzburg zurückgekehrt. Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn hatte sie daraufhin in einen längeren Urlaub zu ihren Familien geschickt.
Gern wäre auch Veit Sturm, mittlerweile durch herausragende Verdienste vom Hilfskanonier zum Ersten Kanonier befördert, in die Arme seiner Angehörigen gefallen, doch da war niemand, der ihn hätte erwarten können. Er war der einzige Überlebende aus einer Familie von neun Kindern. Seine Geschwister waren durch Hunger oder Krankheiten gestorben, sein Vater war von einem Vagabunden erschlagen und die Mutter unter grausamen Qualen der Gnade des Allmächtigen übereignet worden.
Veit stützte das Kinn auf die verschränkten Hände. Er lag der Länge nach auf der Mauer des Rosengartens, hoch oben auf der Festung Marienberg. Noch vor Kurzem hätte er dies nicht wagen dürfen, im eigentlichen Sinne auch heute nicht, aber die Offiziere waren in der Stadt, um dem neuen Fürstbischof zu huldigen und ihn zu seinem neuen Amtssitz im Rosenbachhof zu geleiten.
Die untergehende Sonne tauchte das Maintal in satte und warme Farben, erste Schatten brachen sich an den Mauern der Stadtbefestigung. In den Straßen promenierten die Bürger, fanden sich auf einen Schwatz zusammen, tranken einen Schoppen und genossen die wärmende Sonne am Flussufer.
Veit liebte diese friedvolle Stimmung, wenn der geschäftige Tag sich neigte und in den Abend überging. Sehr lange hatte er darauf verzichten müssen. Zwei Jahre seines Lebens hatte er gefroren, geschwitzt, gehungert und Durst gelitten, stets in der Angst vor dem, was der nächste Tag bringen würde.
Zwischen Traum und Wirklichkeit schwankend, spürte Veit einen Stoß an den Füßen.
“He, aufgewacht!”, befahl ein sichtlich vergnügter Balthasar Neumann. Veit erschrak und nahm Haltung an, fürchtend, dass er für seine Leichtfertigkeit bestraft würde.
Doch Neumann hatte anderes im Sinn. “Wieder den Kopf voller Träumereien?“
Veit nickte stumm.
“Das Weibsbild lässt dich nicht mehr los, wie mir scheint.”
Er musste es ehrlich gestehen. Dem Neumann konnte man trauen.
“Dann lass uns dein Gemüt aufhellen”, schlug sein Stückjunker vor. “Komm mit in die Stadt, auf einen Schoppen oder zwei. Der Abend ist zu schön, um ihn mit Trübsal zu vergeuden.”


Leseprobe

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Das Caffeehaus

Roman Rausch. rororo 2009, Taschenbuch, 384 Seiten, € 6,50

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6 Kommentare
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  1. Historischer Roman… Eigentlich bevorzuge ich ja die Krimis um Kilian, aber das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es in einem Wochenende durchgelesen habe. Einfach genial!!!

  2. Also, die letzten Kommentare sind wirklich für die Katz. Haben diese “Rezensenten” das Buch nicht gelesen oder kommen sie über ein Diana-Gabaldon-Niveau nicht hinaus?
    Das Caffeehaus ist eines dieser seltenen Bücher, die unaufgeregt, stilsicher und fundiert daherkommen. Gott sei Dank hat der Autor auf eine wie auch immer geartete Liebesschnulze verzichtet und die Umstände der damaligen Zeit in den Mittelpunkt gestellt. Denn das ist es, was das Buch so interessant macht. Das frühe 18. Jahrhundert erwacht zum Leben, der Bau der Residenz wird plastisch und die Kultivierung des Kaffees im mainfränkischen Raum wird endlich mal “aufbereitet”.
    Jene Zeit muss eine spannende gewesen sein, nicht nur wegen der Residenz und des Kaffees, sondern auch, weil die Menschen begonnen haben, sich organisiert auszutauschen. Das Caffeehaus als Zentrum eines neuen Wert- und Menschengefühls.

  3. [...] Roman. Räumlich ist er damit aber wieder zurück zu den fränkischen Wurzeln gekehrt, „Das Caffeehaus“ spielt im Würzburg des 18. Jahrhunderts. Hauptcharaktere sind die ehemalige Haremsdame Sabiha [...]

  4. [...] Nach­dem Roman Rauch mir schon sein neu­es­tes Werk über­las­sen hat, wollte ich auch was dar­über schrei­ben. [...]

  5. [...] von Roman Rauschs neuestem Buch. Bisher schrieb er Krimis, diesmal wurde es ein historischer Roman, “Das Caffeehaus”. Natürlich geht es nicht nur um Caffee, sondern auch um Balthasar Neumann und den Bau der [...]

  6. [...] von Roman Rausch” entgegen — und ein Exemplar seines neuen Buchs “Das Caffeehaus“, welches im Dezember 2009 erscheinen [...]

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