Schreiben & Coaching

Leseprobe: Schreibfibel

schreibfib.

Kapitel 5: Figuren entwerfen

Der Stoff, aus dem Geschichten gestrickt werden, heißt Menschen. Beim Schreiben werden sie zu Figuren, im besten Fall zu wahren Charakteren. Letztere besitzen im Normalfall außergewöhnliche statt alltägliche Eigenschaften oder Fähigkeiten, die sie für den Leser interessant machen. Kommt ein Impuls von außen oder innen hinzu, der sie veranlasst zu handeln, dann entstehen meist überzeugende Geschichten. Dabei sollte jeder Autor darauf bedacht sein, die Gefühle seiner Leser anzusprechen. Gelingt es ihm, dann ist die Grundvoraussetzung für eine Identifikation mit der Figur und mit der Geschichte gegeben.

Figuren zu erschaffen, die wirklich etwas zu erzählen haben und somit von Interesse sind, ist eine Hauptaufgabe von Autoren. Ein gutes Konzept ist daher dringend erforderlich, bevor die erste Zeile geschrieben wird. Das heißt in Ihrem Fall, dass Sie Ihre Figuren genau kennen sollten, um aus ihnen heraus eine Geschichte zu entwickeln. Zuerst gilt es deren Beschreibung zu erstellen und dann die Möglichkeiten auszuloten, wie sich die Figuren selbst definieren, ohne dass Sie seitenlange Abhandlungen über ihr Aussehen, Einstellungen, Motivationen, etc. erstellen müssen.


Figurenbeschreibung

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten. Konzentrieren wir uns hier auf die notwendigsten.

Zu ihnen gehört zuvorderst die Physiologie einer Figur.

Darunter fallen u.a.:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Ethnie
  • Aussehen
  • äußere Merkmale wie eine körperliche Eigenart oder eine bestimmte Verhaltensweise (z. Bsp. Hinken, forsches Auftreten)

Hinzu kommt der soziologische Hintergrund.

  • In welcher sozialen Schicht ist die Figur aufgewachsen?
  • Welche Schulen hat sie besucht?
  • Welche Ausbildung genossen, welchen Beruf hat sie ergriffen?
  • Ist sie religiös, politisch, sozial engagiert?
  • Hatte sie eine strenge oder eine eher laxe Erziehung?
  • Hatte sie Freunde, welche Feinde? etc.

Als Drittes leuchten Sie die psychologischen Merkmale aus.

  • Welche Ängste hat sie, welche Hemmungen, Schuldgefühle, Träume oder Fantasien?
  • Besticht Ihre Figur durch besondere Fähigkeiten wie Geduld, Aufmerksamkeit, Intelligenz, aber auch Hass, Neid und Wut?

Konzentrieren Sie sich bei der Ausarbeitung nicht ausschließlich auf real existierende Personen aus Ihrem Bekannten- und Freundeskreis. Seien Sie mutig und machen Sie die Figur ruhig ein wenig größer als normal. Schließlich soll sie ja interessant werden – aber bleiben Sie glaubwürdig.


Aufgabe

Knöpfen Sie sich eine Figur aus Ihrer vorangegangenen Geschichte „Du glaubst nicht…“ vor. Wählen Sie sich in diesem Fall nicht selbst. Sie gewinnen dadurch Abstand. Erstellen Sie unter der Vorgabe der oben genannten Merkmale einen Lebenslauf dieser Figur, der sich auf die prägenden Vorkommnisse dieses Stück Lebens beschränkt. Schreiben Sie in der ersten Person Singular und trennen Sie sich von der tabellarischen Form einer Bewerbung. Stellen Sie sich vor, diese Figur müsste sich vor einer laufenden Videokamera selbst beschreiben.

Ihr Anfangssatz lautet: “Meine Name ist …”
Ihr Schlusssatz lautet: ” … und deshalb bin ich so und nicht anders!”

.

Auswertung

“Kann oder muss ich durch diese neu erlangten Kenntnisse etwas an meiner Geschichte ändern?”

Wenn ja, tun Sie es und erkennen Sie, dass Ihre Geschichte dadurch “dichter” geworden ist.


Charakterisierung

Nur einen kleinen Teil des soeben erstellten Lebenslaufes mit all seinen Facetten über Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen können Sie für Ihre Geschichte gebrauchen. Würden Sie tatsächlich alles umsetzen, sprengten Sie den vom Leser akzeptierten Rahmen.

Frage: Wieso dann die ganze Arbeit, wenn ich ohnehin nicht alles brauche?

Ganz einfach: Sie können nie sicher sein, ob Sie die eine oder andere Eigenschaft doch nicht irgendwann mal im Lauf Ihrer Arbeit zur Anwendung bringen müssen. Zudem haben Sie das (fast) sichere Gefühl, dass Sie Ihre Figur im Griff haben – anstatt umgekehrt.

Kommen wir nun zur Umsetzung bzw. Einführung Ihrer Figur in die Geschichte. Erneut gibt es mehrere Arten dies zu tun.

Gerne gebraucht werden folgende Möglichkeiten:

  • über die äußere Beschreibung der Figur (Aussehen)
  • über eine Handlung dieser Figur
  • über Gesagtes (Dialog, Monolog) der Figur

.

Aufgabe

Wählen Sie eine Figur aus Ihrer Geschichte, am Besten die, die Sie zuvor mittels Lebenslauf beschrieben haben. Konzentrieren Sie sich auf die Figur bestimmenden Merkmale. Schreiben Sie je eine halbe Seite zur Einführung der Figur unter Verwendung der zuvor genannten Möglichkeiten a. bis c. Wählen Sie dabei Ihre bevorzugte Erzählperspektive.

.

Auswertung

Überarbeiten Sie jede Version hinsichtlich abgegriffener Vergleiche (“…watschelte wie eine Ente…”) und nichts sagender Inhalte (“Ich bin groß und stark…”). Suchen Sie stattdessen nach Worten, die schnell und bildhaft eine Figur ins Zentrum des Interesses stellen.

Anstelle von:   “Rolf war 100 Kilo schwer und hatte seine beste Zeit hinter sich”

Besser:            “Rolf, zwei Zentner Vergangenheit.

Figurenbeschreibung

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten. Konzentrieren wir uns hier auf die notwendigsten.

Zu ihnen gehört zuvorderst die Physiologie einer Figur. Darunter fallen u.a.: Geschlecht, Alter, Rasse, Nationalität, Aussehen, äußere Merkmale wie eine körperliche Eigenart oder eine bestimmte Verhaltensweise (z. Bsp. hinken, forsches Auftreten)

Hinzu kommt der soziologische Hintergrund. In welcher sozialen Schicht ist die Figur aufgewachsen? Welche Schulen hat sie besucht? Welche Ausbildung genossen, welchen Beruf hat sie ergriffen? Ist sie religiös, politisch, sozial engagiert? Hatte sie eine strenge oder eher eine laxe Erziehung? Hatte sie Freunde, welche Feinde? etc.

Als Drittes leuchten Sie die psychologischen Merkmale aus.
Welche Ängste hat sie, welche Hemmungen, Schuldgefühle, Träume oder Fantasien? Besticht Ihre Figur durch besondere Fähigkeiten wie Geduld, Aufmerksamkeit, Intelligenz, aber auch Hass, Neid und Wut?

Konzentrieren Sie sich bei der Ausarbeitung nicht ausschließlich auf real existierende Personen aus Ihrem Bekannten- und Freundeskreis. Seien Sie mutig und machen Sie die Figur ruhig ein wenig größer als normal. Schließlich soll sie ja interessant werden – aber bleiben Sie glaubwürdig.

Aufgabe

Knöpfen Sie sich eine Figur aus Ihrer Geschichte „Du glaubst nicht…“ vor. Wählen Sie sich in diesem Fall nicht selbst. Sie gewinnen dadurch Abstand. Erstellen Sie unter der Vorgabe der oben genannten Merkmale einen Lebenslauf dieser Figur, der sich auf die prägenden Vorkommnisse dieses Stück Lebens beschränkt. Schreiben Sie in der ersten Person Singular und trennen Sie sich von der tabellarischen Form einer Bewerbung. Stellen Sie sich vor, diese Figur müsste sich vor einer laufenden Videokamera selbst beschreiben.

Ihr Anfangssatz lautet: “Meine Name ist …”
Ihr Schlusssatz lautet: ” … und deshalb bin ich so und nicht anders!”

.

Auswertung


“Kann oder muss ich durch diese neu erlangten Kenntnisse etwas an meiner Geschichte ändern?” Wenn ja, tun Sie es und erkennen Sie, dass Ihre Geschichte dadurch “dichter” geworden ist.


Charakterisierung

Nur einen kleinen Teil des soeben erstellten Lebenslaufes mit all seinen Facetten über Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen können Sie für Ihre Geschichte gebrauchen. Würden Sie tatsächlich alles umsetzen, sprengten Sie den vom Leser akzeptierten Rahmen.
Frage: Wieso dann die ganze Arbeit, wenn ich es eh nicht brauche?
Ganz einfach: Sie können sich nie sicher sein, ob Sie die eine oder andere Eigenschaft doch nicht irgendwann mal im Verlauf Ihrer Arbeit zur Anwendung bringen müssen. Zudem haben Sie das (fast) sichere Gefühl, dass Sie Ihre Figur im Griff haben, anstatt umgekehrt.

Kommen wir nun zur Umsetzung bzw. Einführung Ihrer Figur in die Geschichte. Erneut gibt es mehrere Arten dies zu tun.

Gerne gebraucht werden folgende Möglichkeiten:

über die äußere Beschreibung der Figur (Aussehen)

über eine Handlung dieser Figur

über Gesagtes (Dialog, Monolog) der Figur

.

Aufgabe

Wählen Sie eine Figur aus Ihrer Geschichte, am Besten die, die Sie zuvor mittels Lebenslauf beschrieben haben. Konzentrieren Sie sich auf die Figur bestimmenden Merkmale. Schreiben Sie je eine halbe Seite zur Einführung der Figur unter Verwendung der zuvor genannten Möglichkeiten a. bis c. Wählen Sie dabei Ihre bevorzugte Erzählperspektive.

.

Auswertung


Überarbeiten Sie jede Version hinsichtlich abgegriffener Vergleiche (“…watschelte wie eine Ente…”) und nichts sagenden Inhalt (“Ich bin groß und stark…”). Suchen Sie stattdessen nach Worten, die schnell und bildhaft eine Figur ins Zentrum des Interesses stellen.

Zum Beispiel: anstelle von “Rolf war 100 Kilo schwer und hatte seine beste Zeit hinter sich”, besser “Rolf, zwei Zentner Vergangenheit, …”

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——- ENDE LESEPROBE ——–

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